Das Thema heute: Licht und Schatten. Fand ich nicht so leicht, an einem zwar trockenen aber wolkenverhangenen Novembertag. Bei strahlendem Sonnenschein findet man Schatten-Wurf: Eine Beziehung zwischen dem Gegenstand im Licht und dem von ihm geworfenen Schatten; akzentuiert durch das helle Strahlen der Sonne in die Szene gestellt. Gab es heute nicht.

Das Thema war aber: Licht und Schatten. Und dann, wenn ich ein Thema habe, dann habe ich gerne eine konkrete Idee, worauf ich losstürzen möchte.

Licht und Schatten. Ich hätte warten können, bis das Tageslicht verschwindet und die Beleuchtung der Nacht den Gegensatz zeigt. Wenn ich mir nicht in den Kopf gesetzt hätte heute Nachmittag los zu ziehen.

Und dann fiel mir die Schattenkante im nahegelegenen Wald ein – eine Abbruchkante entstanden durch die in den Berg gegrabenen Wege.

„Light Gesture & Color“ – die Gedanken aus dem inspirierenden Buch von Jay Maisel – möglicherweise beim Fotografieren in meinem Hinterkopf.

Wo mich die Erosion des Bodens schon als Kind beeindruckt hat, weil dort die Wurzeln von kräftig bis fein freigelegt wurden und in einer mich berührenden Art die Erde festzuhalten versuchen und gleichzeitig die Bäume sich „aufbäumen“ und sich dem Absturz „entgegenstämmen“.

Licht und Schatten als Gegensatz – wie Erde und Luft. Ist Leichtigkeit und Licht eher in luftigen Höhen zu finden – so ist Tiefe und Verwurzelung im Schattenreich der Erde zu finden.

Entschuldigung.

Ein Bild sollte für sich selbst stehen, und die Betrachterin oder der Betrachter soll selbst daraus machen, was ihr oder ihm beliebt. Als Bildautor eine Interpretation mit zu liefern gehört sich irgendwie nicht…

Kommentare

Das Kuriose an der erodierten Abbruchkante ist ja, dass sie die üblichen Verhältnisse ins Gegenteil verkehrt: Oben drüber, in der Erdschicht, ist es dunkel – darunter wird es licht und luftig. Ein schönes Bild!

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